Montag, 2. September 2024

Seoulmates - Believe in us, Susan Lee

Copyright: Lyx / Bastei Lübbe

 Informationen:
Titel: Seoulmates - Believe in us
Autor/in: Susan Lee
Verlag: Lyx / Bastei Lübbe
Seitenzahl: 367
Preis: 14,90 € 
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Inhalt

Jessica Lee ist überglücklich, als sie Zusage für ein Praktikum bei Haneul bekommt. Dort wird sie jedoch mit dem Sohn des CEOs Elijah verwechselt und landet in der Chefetage. Er macht ihr ein unschlagbares Angebot: Sie darf seinen Platz behalten, um wichtige Kontakte zu knüpfen und er genießt einen Sommer ohne Verpflichtungen. Ihre Herzen haben aber noch mehr mit den beiden vor.

Meine Meinung

Nachdem mir Band 1 schon so gut gefallen hat, musste ich auch der Fortsetzung von Seoulmates eine Chance geben und diese schrie nur K-Drama-Vibes. Allein die Idee könnte einer koreanischen Serie entsprungen sein. Jessicas und Elijahs Geschichte ist einfach Zucker gewesen. Die Annäherung der beiden ist super süß und besteht aus vielen Momenten, die einen zum Lächeln bringen. Obwohl sie aus verschiedenen Welten kommen, sind sie auf der gleichen Wellenlänge und sehen im anderen Dinge, die beide zum wachsen bringen. Während sie sich besser kennenlernen, finden sie auch mehr zu sich selbst und das war sehr schön zu verfolgen.

Besonders interessant gefunden habe ich, dass das Buch in einem Unternehmen spielt und beide durch ein Praktikum begleitet. Auch wenn das etwas romantisiert dargestellt wurde, war es interessant, weil es mal etwas anderes als eine Schul- oder Collegegeschichte ist. Die anderen Praktikanten bringen auch frischen Wind in die Geschichte.

Die Geschichte beginnt zwar ruhig, aber enthält auch viel Drama, sodass es nicht langweilig wird. Es hätte mehrere Möglichkeiten für ein Ende gegeben und ich mochte das von der Autorin ausgewählte, weil es neben all dem Märchenhaften die Handlung bodenständig abschloss.

Insgesamt ist somit auch der zweite Band von Seoulmates ein süßes Buch für Zwischendurch, wenn man etwas Leichtes braucht und keine Probleme mit Kitsch hat. K-Drama-Fans werden sicher ihren Spaß haben.

Fazit

Eine supersüße Liebesgeschichte - perfekt für K-Drama-Fans.

Samstag, 31. August 2024

Call it what you want, Alissa Derogatis

Copyright: Penguin / Randomhouse

 Informationen:
Titel: Call it what you want
Autor/in: Alissa Derogatis
Verlag: Heyne / Randomhouse
Seitenzahl: 368
Preis: 16,00 € 
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 Inhalt

Sloane will ihr letztes Jahr im College in vollen Zügen genießen - und das ohne Ablenkung. Doch dann trifft sie auf Ethan. Sofort fühlt sie sich zu ihm hingezogen und auch er kann nicht mehr ohne sie sein. Versprechen kann er ihr jedoch nichts und das verwandelt mit der Zeit alles zwischen ihnen in Chaos. Wird Ethan jemals bereit dafür sein, sich ganz auf Sloane einzulassen?

Meine Meinung

Call it what you want ist ein etwas untypischerer Romance-Roman. Statt von der großen Liebe, erzählt er von den Tiefen einer langanhaltenden Situationship. Das ist jedoch nicht das einzige, das das Buch besonders macht: Es gibt auch Kapitel aus der Sicht von Ethan, der sich nicht binden kann.

Das Buch ist wortwörtlich eine Achterbahnfahrt. Nicht nur aufgrund der Handlung, sondern auch dem, was ich beim Lesen gefühlt habe. Man begleitet Sloane und Ethan durch süße Momente voller Romantik und denkt sich, es könnte so einfach sein und möchte mit beiden mitfiebern. Ethan macht da jedoch nicht ganz mit. Sloane liebt ihn dennoch, hofft und wartet, weil ihr Herz nun mal fühlt, was es fühlt - und das macht ihre Geschichte realistisch. Weder sie noch Ethan sind perfekt, sondern einfach nur Menschen. Ich habe die Kapitel aus Ethans Sicht spannend gefunden, weil sie sein Dilemma gut schildern und zeigen, warum er eine so große Bindungsangst hat.

Anfangs habe ich das Buch super spannend gefunden, weil ich wirklich nicht einschätzen konnte, was als nächstes passiert. Ändern sich die Charaktere? Wird die Beziehung doch noch gefestigt oder verlässt Sloane Ethan einfach? Alles Fragen, die mich zu Beginn an die Seiten gefesselt haben. Die Autorin folgt der Geschichte auf jeden Fall einem roten Faden, aber es hat sich für mich trotz der anfänglichen Spannung in der zweiten Hälfte etwas gezogen. Mir wurde Ethan unsympathischer und das Hin und Her etwas zu viel. Sloane konnte ich mit der Zeit weniger verstehen, aber sie zeigt nun mal, dass das Herz manchmal einfach das will, was es will, auch wenn die Vernunft versucht, es umzustimmen - und genau dieses Chaos, das ich beim Lesen irgendwann gefühlt habe, spiegelt die Verzwicktheit der Situation beider wieder und lässt sie echt wirken.

Diese inneren Konflikte beider Hauptpersonen werden gut beleuchtet und ich mochte die Message, die die Autorin mit Call it what you want mitgibt. Auch wenn die zweite Hälfte des Buch mich nicht mehr so gepackt hat wie der erste Teil und das Buch an sich oberflächlicher bleibt. Die Message der Autorin und das Gefühls-Durcheinander von Situationships wird auf jeden Fall deutlich und bestimmt gibt es einige Frauen, die sich in Sloane wiederfinden können und eigene Entscheidungen überdenken.

Fazit

Eine etwas andere Liebesgeschichte mit einer wichtigen Message und viel Gefühlschaos.

Sonntag, 18. August 2024

Die Tochter, Kim Hye-jin

Copyright: Penguin / Randomhouse

 Informationen:
Titel: Die Tochter
Autor/in: Kim Hye-jin
Verlag: Penguin / Randomhouse
Seitenzahl: 176
Preis: 12,00 € 
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Inhalt

Green zieht zusammen mit ihrer Freundin bei ihrer Mutter ein, nachdem sie ihre Wohnung verlieren. Sie ist nun gezwungen, sich mit der Beziehung ihrer Tochter auseinanderzusetzen, die sie nicht verstehen kann. Ihrer Meinung nach braucht diese einen Mann, der auf sie aufpasst und Kinder, um glücklich zu werden. Ihr geht es nicht in den Kopf, wie zwei Frauen zusammen und sich genug sein können. Gleichzeitig kämpft die Mutter mit ihrer Arbeit als Pflegerin in einem Seniorenheim, in dem die Bewohner:innen nicht gut behandelt werden, was sie immer schlechter mit ihrem Gewissen vereinbaren kann.

Meine Meinung


Die Tochter ist ein Buch, das Generationenkonflikte in Südkorea sehr gut beleuchtet. Es wird nur aus der Sicht der Mutter erzählt und dieser wird viel Feingefühl entgegengebracht. Deutlich wird, dass sie ein guter Mensch ist, aber das Beziehungsmodell ihrer Tochter an sich nicht versteht, weil es dem widerspricht, was ihr als junge Frau für ein gutes Leben beigebracht wurde. Dadurch fühlt man mit der Mutter mit, statt wütend auf sie zu sein. 
Ihre Tochter und ihre Freundin haben hingegen mit vielen Anfeindungen zu kämpfen. Unter anderem verliert sie nur wegen ihrer Beziehung ihre Uni-Stelle, was zeigt, wie konservativ Südkorea teils noch ist. Die Kämpfe beider Frauen für mehr Akzeptanz werden facettenreich beschrieben.

Die Mutter durchläuft eine spannende Entwicklung. So ganz verschwinden ihre Sorgen nicht, aber sie beginnt immer mehr zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Lebensstile gibt, die Glück bedeuten können. Deutlich wird vor allem die Liebe, die sie für ihre Tochter empfindet und über allem steht. 

Ich habe die Freundin ihrer Tochter vom Charakter sehr interessant gefunden, weil sie eine Ruhe in sich trägt und viel Geduld mitbringt. Letztendlich wird sie unbewusst zu einem Bindeglied zwischen Mutter und Tochter. Zudem bringt sie viel Dynamik in die Geschichte.
Auch die Einblicke in den Pflegeberuf in Südkoreas Leistungsgesellschaft nehmen einen mit und schockieren. 

Dieses Buch regt zum Nachdenken an, erzählt ruhig vom Alltag, ist aber dennoch laut und macht sehr deutlich, dass es oft kein Schwarz und Weiß gibt. Es zeigt, wie wenig Sinn es häufig macht, Menschen direkt abzustempeln, weder die Mutter noch Tochter, sondern oft Geduld der richtige Weg zu mehr Verständnis und einen Wertewandel ist.

Fazit


Ein eindringliches Buch, das Generationenkonflikte mit viel Feingefühl beleuchtet und Hoffnung macht.

Samstag, 6. Juli 2024

Brown Girls, Daphne Palasi Andreades

Copyright: Luchterhand / Randomhouse

 Informationen:
Titel: Brown Girls
Autor/in: Daphne Palasi Andreades
Verlag: Luchterhand / Randomhouse
Seitenzahl: 416
Preis: 20,00 € 
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 Inhalt

In Queens kämpft eine Gruppe junger Frauen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familien mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. 

Meine Meinung

Brown Girls ist ein unglaublich starkes Debüt, das ich sehr empfehlen kann. Zuerst einmal muss ich ein Lob für den Schreibstil der Autorin aussprechen. Dieses Buch liest sich wie ein Song und ist leicht poetisch geschrieben. Dadurch fliegt man nur durch die Seiten. Es ist anders als ich erwartet habe, denn es ist keine typische Coming-of-Age-Geschichte einer Hauptfigur mit Höhen, Tiefen und Drama. Nein, dieses Buch enthält die Erzählung vieler Frauen, denn so unterschiedlich die Familiengeschichten von Kindern mit Migrationshintergründen sind, so unterschiedlich sind auch deren Charaktere und Werdegänge - und doch gibt es viele Gemeinsamkeiten: Brown Girls müssen oft stärker kämpfen - für ihre Abschlüsse, Aufstiegsträume und Beziehungen. Sie sind Vorurteilen ausgesetzt und stehen zwischen den Erwartungen ihrer Familien und eigenen Wünschen und wenn man es irgendwann geschafft hat, weiß man nicht mehr, wohin man gehört. 

Daphne Palasi Andreades analysiert das Leben solcher Mädchen von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. In Kapiteln zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen trifft sie Punkte ohne belehrend zu werden und lässt einen als Leserin nur nicken. Man fühlt sich hier so verstanden - auch als Mädchen, das in Deutschland statt New York aufwächst, denn die Hürden und Sorgen sind fast überall dieselben. Es sind Fragen, die viele umgeben: Wie unterscheiden sich Beziehungen zu weißen Männern von denen mit denselben / ähnlichen Wurzeln und welchen Weg wählt man? Wie steigt man ohne ein finanziell sicheres Elternhaus oder anderen Unterstützungsmöglichkeiten auf? Wie meistert man den Spagat zwischen Angepasst-Wirken und Seine-Wurzeln-Nicht-Verlieren? Wie verliert man sich nicht in der Wut vor Ungerechtigkeiten? All diesen Themen begegnet die Autorin mit viel Feingefühl.

Dieses Buch verfolgt keinen Spannungsbogen, aber fesselt trotzdem - allein durch die starken Worte. Das Buch ist mehr ein Gefühl. So sehr löst es in einem etwas aus und rüttelt auf.

Wenn eine Autorin es schafft, ohne einzelne Hauptfiguren, strengen Plot und Überraschungsmomente zu überzeugen, ist sie ein besonderes Talent. Ich bin gespannt auf ihre weiteren Werke und kann Brown Girls jedem ans Herz legen - nicht nur wegen den Themen, sondern auch dem besonderen Schreibstil und Lesefluss.

Fazit

Unfassbar gut geschrieben und aufrüttelnd. Eins der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.

Mittwoch, 26. Juni 2024

Golden Bay - How it hurts - Bianca Iosivoni

Copyright: Penguin / Randomhouse

 Informationen:
Titel: Golden Bay - How it hurts
Autor/in: Bianca Iosivoni
Verlag: Penguin / Randomhouse
Seitenzahl: 416
Preis: 16,00 € 
Link: hier

Inhalt

Nach seiner Rückkehr nach Golden Bay hat Holden Embers Welt erneut zum Wanken gebracht. Obwohl er sie liebt, kann er ihr nicht geben, was sie sich von ihm so verzweifelt wünscht: Die Wahrheit über jene Nacht vor fünf Jahren. Trotzdem will er versuchen, ein Freund für sie zu sein - dabei muss er nicht nur gegen seine Gefühle ankämpfen, sondern auch dunkle Vergangenheit, die droht ihn erneut in den Abgrund zu ziehen. 

Meine Meinung 

Den ersten Band habe ich geliebt und danach sehnsüchtig auf den zweiten Band gewartet. Auch diesen habe ich gerne gelesen. Es war ein sehr schönes Gefühl, zurück nach Golden Bay zu kehren. Bianca Iosivoni hat mit der Insel einfach einen Ort geschaffen, der sich nach Zuhause anfühlt und an dem man sich wohlfühlt.

Ich finde es super interessant, dass das Buch nur aus Holdens Sicht erzählt wird. Das hat geholfen, ihn besser zu verstehen und dazu beigetragen, dass die Geschichte mehr Tiefe bekommt. In Bezug auf seine Vergangenheit wurde ich überrascht und fand die Puzzleteile aus dieser sehr spannend. Ich hätte nicht erwartet, dass solche Geheimnisse aufgedeckt werden und entsprechend groß war der Überraschungsfaktor. Dennoch habe ich gemerkt, dass ich Embers Sicht vermisst habe, weil ich eigentlich am liebsten aus der weiblichen Perspektive lese, aber das ist Geschmackssache.

Die Liebesgeschichte geht emotional weiter und ich habe erneut mit Ember und Holden mitgefiebert. In diesem Band hat man jedoch noch mehr als im ersten Band gespürt, dass es zu einem Hin und Her wird und man denkt sich oft, dass sie einfach über alles reden sollen.  Natürlich steckt aber auch einfach sehr viel Schmerz zwischen ihnen, was alles komplizierter macht und so oder so sind die Gefühle zu spüren und man fühlt als Leser:in mit.

Den dritten Band kann ich auch schon kaum erwarten und hoffe auf ein Happy End.

Fazit

Eine gelungene Fortsetzung, in der Golden Bay die gleiche Wohlfühlwirkung wie im ersten Band ausstrahlt und unerwartete Geheimnisse aufgedeckt werden.

Montag, 20. Mai 2024

Babel, R. F. Kuang

Copyright: Eichborn Verlag / Bastei Lübbe

 Informationen:
Titel: Babel
Autor/in: R. F. Kuang
Verlag: Eichborn Verlag / Bastei Lübbe
Seitenzahl: 733
Preis: 26,00 € 
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 Inhalt

Oxford im Jahr 1836. Die Stadt mit den träumenden Türmen gilt als Hochburg des Fortschritts und der Wissenschaft. In ihr befindet sich auch Babel - das Königliche Institut für Übersetzung. Für Robin, der als Waise im chinesischen Kanton geboren wurde, scheint Babel zunächst wie ein Traum - bis es sich immer mehr wie ein Gefängnis anfühlt...

Meine Meinung

Nachdem mich Yellowface von der Autorin begeistert hat, musste ich auch Babel eine Chance geben und was soll ich sagen? Es gehört zu den besten Büchern, die ich gelesen habe. Ich habe etwa drei Monate dafür gebraucht - nicht, weil es langweilig war, sondern weil ich jedes Kapitel konzentriert lesen und irgendwie auch nicht wollte, dass die Geschichte vorbei ist.

Das Thema Sprache spielt hier eine große Rolle, da Babel an einem Übersetzungsinstitut in Oxford spielt. Die vielschichtigen Gedanken dazu habe ich geliebt und entsprechend viele Stellen markiert. Wer sich für das Thema Sprache interessiert, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Alles was dazu angerissen wird, ist einfach beeindruckend. R. F. Kuang kann einfach schreiben.

Auch die Themen Kolonialisierung und Rassismus spielen eine Rolle und werden mit dem richtigen Feingefühl behandelt. Stellenweise machen die dazugehörigen Szenen wütend. Das Buch mag zwar Fiktion sein, aber es gibt Bezüge zu echten Ereignissen und das macht es noch nahbarer und emotionaler.

Es sind aber nicht nur die Themen und der starke Schreibstil der Autorin, die Babel für mich zu einem Meisterwerk machen. Das Buch wird an sich toll erzählt und ist sehr gut durchdacht. Es startet ein wenig Harry Potter-mäßig und unschuldig, wird von Kapitel zu Kapitel aber immer spannender sowie düsterer. Es passieren schockierende Dinge, mit denen ich nie gerechnet hätte und lässt einen nicht mehr los. Auch die Charaktere sind super ausgearbeitet - alles andere als perfekt, aber dafür menschlich. Ich habe die Freundesgruppe ins Herz geschlossen und gerne auf ihren Abenteuern begleitet.

Babel hat mich am Ende nachdenklich und erstmal sprachlos zurückgelassen. Deshalb hat es auch ein wenig gedauert, bis ich die richtigen Worte für meine Rezension gefunden habe. Immer noch denke ich an die Charaktere und bewundere die Autorin für das Erschaffen dieser fantastischen Geschichte.

Fazit

Babel ist ein Meisterwerk! R. F. Kuang erzählt mit großer Spannung und viel Tiefe eine Geschichte über Magie und das Thema Sprache.

Yellowface, R. F. Kuang

Copyright: Eichborn Verlag / Bastei Lübbe

 Informationen:
Titel: Yellowface
Autor/in: R. F. Kuang
Verlag: Eichborn Verlag / Bastei Lübbe
Seitenzahl: 383
Preis: 23,99 € 
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Inhalt

June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturbranche sein. Doch während Athena für ihre Bücher gefeiert wird, kennt June kaum jemand. Sie hat den Eindruck, dass sich niemand für die Geschichten "normaler" weißer Frauen interessiert.

Als June Zeugnis eines tödlichen Unfalls von Athena wird, stiehl sie Athenas aktuelles Manuskript - ein Roman über chinesische Arbeiter während des ersten Weltkriegs. June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter dem Namen Juniper Song. Doch wird ihr Geheimnis wirklich nicht ans Licht kommen und wer darf eigentlich über welche Themen schreiben?

Meine Meinung

Yellowface hat mich begeistert! Das Buch wirft einen Einblick in die Literaturbranche und kritisiert einiges in dieser. Eine große Rolle spielt auch das Thema Rassismus, da Athena chinesische Wurzeln hat und sich ihre Bücher mit historischen Ereignissen Chinas beschäftigen. Auch der Umgang mit dem Thema Diversity in der Literaturbranche wird behandelt und teils war das unangenehm zu lesen, weil in vielen Stellen Diversity nur als Marketingstrategie betrachtet wird.

Passend dazu wird auch sehr deutlich, wie über entsprechende Marketingmaßnahmen mögliche Bestseller geplant werden können. Darüber hinaus geht es aber auch um die Frage, ob man als Autor:in überhaupt über alles schreiben darf und was schon als Diebstahl gilt. Nicht nur weil June Athenas Manuskript klaut und sich nach der Veröffentlichung kritische Stimmen darüber anhören muss, dass sie als weiße Autorin über historische Ereignisse in China schreibt, sondern sogar Athena, weil sie als privilegierte und reiche Frau mit chinesischen Wurzeln über arme Menschen Chinas schreibt, ohne selbst Armut erlebt zu haben. All das regt zum Nachdenken an.

Da das Buch wie eine Satire geschrieben ist, liest es sich trotz der Themen nicht zu ernst, sondern unterhaltsam. Es ist wirklich eine Kunst solche ernste Themen über eine so leichte Sprache rüberzubringen.

Fazit

Ein wichtiges Buch, das einen ungefilterten Blick auf die Literaturbranche wirft und zum Nachdenken anregt.