Sonntag, 31. Mai 2026

Wie kann sie nur?, Sophie Passmann

Copyright: Kiepenheuer&Witsch

 Informationen:
Titel: Wie kann sie nur?
Autor/in: Sophie Passmann
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Seitenzahl: 240
Preis: 23,00 € 
Link: hier

 Inhalt

In Wie kann sie nur? analysiert die Autorin verschiedene Social-Media-Phänomene aus einer feministischen Perspektive. Deutlich wird, wie schwierig es für Frauen ist, sich nicht von den sozialen Medien beeinflussen zu lassen und in einer Welt zu bewegen, in der man das Gefühl hat, nie genug zu sein.

Meine Meinung

In Wie kann sie nur? beleuchtet Sophie Passman das Thema Feminismus und generell die Rolle von Frauen im Zusammenhang mit Social Media. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf unterschiedliche Themen, denen in einzelnen Kapiteln viel Raum gegeben wird. Sei es bezüglich Schönheitsidealen, Trends oder Erfolg. Ihre Analysen sind sehr gut gelungen, bringen ihre Gedanken auf den Punkt und lassen sich leicht lesen. Generell ist ihr Schreibstil super, weil er sich sehr flüssig liest und für ein Sachbuch überhaupt nicht anstrengend ist. Dadurch lässt sich das Buch leicht weglesen. Herausstechen die persönlichen Einblicke der Autorin, die die Themen nahbar machen und als Beispiele die aufgezeigten Phänomene unterstützen. Hier bewundere ich sie auch für ihre Offenheit und Verletzlichkeit.

Bezüglich der einzelnen Themen habe ich gemerkt, dass ich von vielem weniger betroffen bin, als ich es vielleicht zu meiner Teenagerzeit gewesen wäre. Für mich persönlich war das ein gutes Zeichen, weil es mir zeigte, dass ich erstens, wohl wirklich nicht zu viel Zeit auf Social Media verbringe und zweitens, mittlerweile eine gute Distanz zu vielem habe. Es brachte mich aber zum Nachdenken darüber, warum Frauen, die wie die Autorin älter als ich sind, noch so beeinflussen lassen und ließ mich hier besonders mitfühlen, weil es verdeutlicht, in was für einem Teufelskreis man als Frau in der Gesellschaft oft steckt, der sich durch Social Media verschärft. Man kann es einfach niemandem Recht machen. Demnach fand ich die Einblicke dennoch interessant und sie haben mich zum Nachdenken bewegt. Auch bin ich mir sicher, dass sich viele hier gesehen fühlen und das Buch vor allem für jüngere Leserinnen bereichernd und eine Inspiration dafür sein kann, einen größeren Abstand zu den sozialen Medien zu suchen.

Super fand ich auch die Referenzen zu aktuellen Popkultur-Trends wie dem Barbie-Film, Hype um Taylor Swift oder Influencer mit hoher Reichweite. Hier hat man gemerkt, dass die Autorin wirklich immer am Kern der Zeit ist und nichts verpasst, was für ein Buch mit diesem Thema wichtig ist. Anders hätte sie die Grundthematik sonst nicht so vielschichtig darstellen können.

Insgesamt ist für mich das Buch vor allem aus der medienwissenschaftlichen Perspektive spannend gewesen, die mich sogar mehr als die feministische eingenommen hat.

Fazit

Ein spannender Blick auf die Rolle von Frauen in den sozialen Medien und wie diese mehr von unserem Alltag und Selbstbewusstsein beeinflussen, als man annehmen würde.

Samstag, 30. Mai 2026

A spring to hope, Morgane Moncomble

Copyright: Lyx / Bastei Lübbe

 Informationen:
Titel: A spring to hope
Autor/in: Morgane Moncomble
Verlag: Lyx / Bastei Lübbe
Seitenzahl: 512
Preis: 14,90 € 
Link: hier

 Inhalt

Magnolia hat sich mit ihrem eigenen Blumenladen einen großen Traum erfüllt. Doch das Geld reicht trotzdem nicht für sie und ihre Tochter. Als sie sich an ihre Eltern wendet, bieten sie ihr nur Hilfe an, wenn sie ihren Ex-Freund heiratet. Für Magnolia ist das keine Lösung und sie beschließt, mit Camille eine Fake-Beziehung einzugehen. Der Milliardär braucht dringend eine Frau an seiner Seite, um seinen Ruf in den Medien zu retten. Der Plan scheint perfekt, bis sie Gefühle füreinander zu entwickeln.

Meine Meinung

Morgane Moncomble gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsautorinnen und konnte mich auch mit A spring to hope begeistern. Anfangs war ich mir wegen der Branche, in der Camille tätig ist, nicht ganz sicher, wie ich die Geschichte finden werde, aber sie hat mich bis zum Schluss dann immer mehr eingefangen. Besonders gut gelungen finde ich, wie die Hintergründe beider Hauptpersonen nach und nach beleuchtet werden und einiges in Bezug auf ihre Persönlichkeiten dadurch klarer wird. Vor allem in Bezug auf Camilles Arbeit. Auch als Leser wird man dazu aufgefordert, sich mit möglichen eigenen Vorurteilen zu beschäftigen.

Bei der Liebesgeschichte habe ich richtig mitgefiebert und mochte den eher langsamen Verlauf mit Pretty-Woman-Vibes. Super fand ich, dass Magnolia sich nicht von Camille abhängig macht, sondern bis zum Schluss eine Powerfrau bleibt. Gefehlt haben mir bei ihr nur stärkere Bezüge zu ihrem Blumenladen und Szenen, die zeigen, warum sie sich dafür entschieden hat. Dafür, dass sie eine Tochter hat, kamen für mich auch die Alltagsbeschreibungen als Mutter etwas zu kurz und es hat alles etwas zu einfach gewirkt. Aber das sind nur kleine Punkte.

Morgane Moncomble hat mit dem Buch wieder gezeigt, dass sie nicht nur eine Meisterin der Romantik und großen Gefühle ist, sondern auch des genauen Ausarbeitens von Geschichten. Es gibt nämlich eine Auflösung, die ich geliebt habe und mein Herz berührt hat.

Ich kann gar nicht sagen, ob ich diesen oder den zweiten Band mehr mochte und freue mich schon auf das Sommer-Buch.

Fazit

Auch in A spring to hope beweist Morgane Moncomble, dass sie ein Händchen für Romantik und große Gefühle hat. Mit Magnolia und Camille kann man nicht anders als mitzufiebern.

Sonntag, 24. Mai 2026

Das Geheimnis der Isländerinnen, Eliza Reid

Copyright: btb / Randomhouse

 Informationen:
Titel: Das Geheimnis der Isländerinnen
Autor/in: Eliza Reid
Verlag: btb / Randomhouse
Seitenzahl: 320
Preis: 14,00 € 
Link: hier

 Inhalt

Island gilt als eines der vorbildlichsten Länder, was die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern angeht. Doch was läuft dort anders, das es zu einem so fortschrittlichen Land bezüglich Geschlechtergleichberechtigung macht? Die Kanadierin Eliza Reid ist für die Liebe nach Island gezogen und interviewte dort zahlreiche Frauen, um der Frage auf den Grund zu gehen. Entstanden ist ein außergewöhnliches Porträt eines inspirierendes Landes.

Meine Meinung

Mit Das Geheimnis der Isländerinnen ist Eliza Reid ein vielschichtiges Portrait einer inspirierenden Gesellschaft gelungen, das zeigt, wie Geschlechtergleichberechtigung funktionieren kann und was für positive Auswirkung diese hat. Für einen besonderen Blickwinkel sorgt, dass die Autorin selbst aus Kanada kommt und für ihren Mann nach Island gezogen ist. Das erlaubt einen objektiven Blickwinkel auf das Land und mir hat sehr gut gefallen, dass man dadurch auch erfährt, wie sie das Land als Eingewanderte wahrnimmt und dem Thema Migration in ihrem Buch einen Platz verleiht. Neben den Bezügen zu eingewanderten Frauen werden aber auch zahlreiche weitere Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie diese in ihrer Gesamtheit zur beeindruckenden Geschlechtergleichberechtigung in Island führen. Deutlich wird, dass es nicht ausreicht nur über das Thema Feminismus zu reden, sondern wirklich Taten folgen müssen und diese unterschiedliche Aspekte miteinschließen müssen, damit eine Gesellschaft als Ganzes Fortschritte machen kann. Sehr viele Inhalte haben mich beeindruckt.

Besonders inspiriert hat mich, wie in Island Müttern ermöglicht wird, Familie und Arbeit gut unter einen Hut zu bekommen. Statt Kinder als zusätzliche Belastung zu sehen, können diese in den Berufsalltag integriert werden, ohne dass sich Kollegen beschweren. Anhand ihrer eigenen Erfahrungen als berufstätige Mutter verdeutlich die Autorin, wie einfach es einem dort gemacht wird, beides unter einen Hut zu bekommen. Andere Länder können sich da wirklich einiges abschauen und dass in Island so viele Kinder geboren werden und Großfamilien keine Ausnahme darstellen, bestätigen die positiven Auswirkungen der Maßnahmen.

Zum Nachdenken gebracht haben mich aber auch die Einblicke in Islands Medienlandschaft und wie anders dortige Medien über Frauen als die anderer Länder berichten. Deutlich wird dadurch, wie man beim Aufwachsen von der Berichterstattung geprägt wird, der man ausgeliefert wird und was für einen großen Unterschied es macht, wenn Magazine respektvoll statt verurteilend über Frauen sprechen. Auch die Themen Kultur, Politik, Bildung und Unternehmertum werden beleuchtet und liefern spannende Einblicke. 

Dadurch, dass Eliza Reid hier interviewte Frauen selbst zu Wort kommen lässt, statt nur Analysen zu liefern, wirken die Inhalte noch persönlicher und glaubhafter. Ich mochte die Geschichten der einzelnen Frauen und habe mich diesen beim Lesen sehr verbunden gefühlt. So viele spannende Persönlichkeiten werden vorgestellt und dabei lernt man nicht nur viel über das Thema Geschlechtergleichberechtigung, sondern auch Island als Land kennen.

Fazit

Ein inspirierendes Portrait eines Landes, das nicht nur über das Thema Geschlechtergleichberechtigung spricht, sondern es wirklich lebt und zeigt, wie diese erfolgreich erreicht werden kann.