| Copyright: dtv Informationen: Titel: Woman Down Autor/in: Colleen Hoover Verlag: dtv Seitenzahl: 416 Preis: 23,00 € Link: hier |
Inhalt
Petra Rose steckt in einer Schreibkrise, nachdem die Verfilmung eines ihrer Büchern einen Shitstorm erhält. Nur dank ihrer besten Freundin Nora schafft sie es nach vorne zu blicken. Sie mietet eine abgelegene Hütte am See, um dort an ihrem nächsten Thriller zu arbeiten. Doch dann taucht plötzlich der Polizist Nathaniel auf. Er ist das Ebenbild ihrer männlichen Hauptperson und fördert unerwartet ihre Kreativität. Das Spiel zwischen den beiden wird jedoch immer gefährlicher...
Meine Meinung
Colleen Hoover gehörte lange zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit Woman Down meldet sie sich zum ersten Mal nach drei Jahren mit einem neuen Roman zurück. Entsprechend groß ist meine Vorfreude gewesen.
Mit Woman Down hat sich Colleen Hoover wieder ins Thriller-Genre gewagt. Das Buch basiert auf einer Kurzgeschichte, die sie veröffentlicht hat und wer diese kennt, findet im Buch die gleichen Vibes. Die Idee ist sehr spannend, vor allem, weil man so wenig über Nathaniel weiß und nicht einschätzen kann, ob er vielleicht irgendwann gefährlich wird. Petra ist eine Figur die wie er auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch wirkt. Solche Charaktere finde ich aber oft spannend, weil man mehr zum Nachdenken angeregt und gezwungen wird, versuchen zu verstehen, warum sie ganz anders handeln als man es selbst würde. Nathaniel wird vor allem zu Beginn sehr mysteriös beschrieben und mit der Zeit wird immer mehr über ihn aufgedeckt, was für viel Spannung sorgt.
Trotz der guten Idee hat sich das Buch für mich aber insgesamt etwas eintönig angefühlt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich viele Szenen zwischen Petra und Nathaniel als eher unangenehm empfunden habe und ihre Beziehung nicht unbedingt zum Mitfiebern einlädt. Ganz ehrlich, ich wollte nur, dass ihr Verhältnis endet oder herauskommt, dass er doch gefährlich ist bzw. sie sich ihn vielleicht nur einbildet. Gegen Ende entwickelt das Buch aber eine starke Sogwirkung und endet in einem packenden Finale. Ich klebte nur noch an den Seiten und wollte unbedingt erfahren, wie es ausgeht.
Da es mir davor aber etwas zu ruhig für einen Thriller war, kommt Woman Down für mich nicht an die anderen Bücher der Autorin heran und ist kein Must-Read. Auffällig ist außerdem, dass die Ausgangssituation der weiblichen Hauptfigur sehr an Colleen Hoovers Erfahrungen erinnert. Sie betont im Vorwort zwar, dass trotz Ähnlichkeiten alles erfunden ist, aber beim Lesen fiel es mir trotzdem schwer, Petras Gedanken in Bezug auf die Buch- und Filmbranche von der Autorin zu trennen und ich habe mich oft gefragt, ob sie vielleicht doch Erlebtes versucht darin zu verarbeiten.
Gut finde ich das Buch aber dennoch und vor allem eine gelungene Rückkehr, auf der die Autorin aufbauen kann und es hoffentlich schafft, wieder mit weniger Druck neue Welten zu erschaffen.
Fazit
Eine gelungene Rückkehr mit einem packenden Finale.





