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| Copyright: kiwi space Informationen: Titel: Molka Autor/in: Monika Kim Verlag: kiwi space Seitenzahl: 304 Preis: 23,00 € Link: hier |
Inhalt
Dahye wird zur Zielscheibe eines Molka-Skandals, der sie aus der Bahn reißt. Doch statt sich zu verstecken, beschließt sie Rache zu nehmen. Und das nicht nur gegen ihren Täter, sondern auch das System, das diese schützt.
Meine Meinung
Molka ist fesselnd und schockierend zugleich. Der Weg von Dahye wird ziemlich emotional geschildert. Als Leser kann man nicht anders als mit ihr mitzufühlen und besonders deutlich wird, wie leicht man in die Kamera-Falle tappen kann und dass Dahye keine Schuld trifft. Ihre Hilflosigkeit wird sehr gut geschildert und entsprechend groß ist neben dem Mitgefühl auch die Wut, die beim Lesen aufkommt. Monika Kim zeigt nämlich, wie wenig Frauen in Südkorea darauf vertrauen können, geschützt zu werden und Gerechtigkeit zu bekommen, da das Rechtssystem Täter eher schützt als Betroffene zu unterstützen.
Wie schnell man sich in der Verzweiflung verlieren kann und in einer aussichtslosen Spirale endet, zeigt Molka mit viel Tiefe auf. Dahyes Rachegedanken wirken nicht übertrieben, sondern die logische Konsequenz aus dem Verhalten ihrer Mitmenschen. Immer mehr verliert sie sich in ihrer Verzweiflung. Für noch mehr Spannung sorgt die Storyline mit ihrer Schwester, die hilft, Dahye als Charakter und ihre Entscheidungen noch besser zu verstehen. Deutlich wird durch diese auch, dass jeder Mensch andere Päckchen mit sich trägt, die sich auf den Umgang mit solchen Erfahrungen auswirken.
Die Kapitel aus Junyoungs Sicht, der heimlich Frauen filmt und an seinem Doppelleben nichts verwerflich findet, lesen sich nicht leicht - So gut gelingt es Monika Kim in die Gedanken eines Manns zu tauchen, der keine Skrupel scheut und Frauen nicht respektiert. In sein Innenleben zu tauchen war als Leser schon unangenehm, weshalb ich es bewundernswert finde, mit wie viel Facetten sich die Autorin mit der Thematik auch aus Tätersicht beschäftigt hat. Sogar Erklärungen für sein Verhalten werden häppchenweise mitgeliefert.
Für das Buch musste ich mir viel Zeit nehmen und konnte nicht viele Kapitel auf einmal lesen, weil mich die Handlung so mitnahm. Das verdeutlicht, wie realistisch die Autorin alles schildert.
Molka wird auch als Horrorgeschichte beschrieben und diesen Aspekt sollte man definitiv nicht unterschätzen. Das Buch bietet nämlich ein Finale in Form eines fesselnden Kammerspiels. Nicht nur zum Schluss überrascht die Autorin mit Unvorhergesehen. Schon zu Beginn führt sie die Leser auf falsche Fährten, was schreibtechnisch genial umgesetzt wird.
Fazit
Rundum ist Molka also ein gelungenes Buch, das mit viel Feingefühl auf gesellschaftliche Probleme in Südkorea aufmerksam macht und gleichzeitig viel Nervenkitzel bietet. Dieses Buch wühlt auf, macht wütend und lässt einen auch noch lange nach dem Lesen nicht los.






