Sonntag, 1. November 2026

More than Gossip, Gizem Çelik

Copyright: Penguin

 Informationen:
Titel: More than Gossip
Autor/in: Gizem Çelik
Verlag: More than Gossip
Seitenzahl: 288
Preis: 18,00 € 
Link: hier

 Inhalt


Was steckt hinter den Schlagzeilen zu Promis und wer profitiert davon? Was sagen diese über gesellschaftliche Strukturen aus? In Zeiten von Social Media nimmt das Thema Popkultur neue Dimensionen an und wird immer politischer. More than Gossip bietet Essays zu verschiedenen Popkultur-Themen und beleuchtet diese aus einer gesellschaftskritischen Perspektive

Meine Meinung


Auf More than Gossip bin ich sehr gespannt gewesen, weil ich die Videos der Autorin kenne und ihre Analysen sehr interessant finde. In ihrem Buch finden sich Essays zu verschiedenen Popkultur-Themen, die zeigen, dass hinter vermeintlich oberflächlichen Gossip oft mehr steckt als man denkt und dieser auch einiges über gesellschaftliche Strukturen aussagt.
Was mir sofort aufgefallen ist, dass die Stimme der Autorin, die man aus ihren Videos kennt, auch in ihren Essays herauszuhören ist und daher direkt merkt, dass sie das Buch geschrieben hat. Entsprechend leicht kommt man rein. Anfangs hat man zwar gemerkt, dass es von jemanden mit weniger Schreiberfahrung geschrieben wurde, aber von Essay zu Essay beobachtet man, wie die Autorin mehr reinkommt und sich alles flüssiger liest.

Besonders gut gefallen hat mir die Vielfalt an Themen, die beleuchtet werden. Mal geht es um Rassismus oder das Erwachsenwerden in der Musikindustrie, andere Male um die politische Macht von Fans, Feminismus und Liebe. Dabei beleuchtet die Autorin nicht nur aktuelle Fälle, sondern zieht auch Bezüge zur Vergangenheit. Das habe ich richtig spannend gefunden, weil das verdeutlicht, wie tief verwurzelt gewisse Denkweisen sind. An sich sind die Analysen der Autorin sehr treffend und regen zum Nachdenken an. Sehr deutlich wird, dass das Thema Popkultur weniger oberflächlich ist als man denkt, sondern sehr vielseitige Strukturen prägt.

Die Autorin verbindet die Themen oder behandelten Promis auch mit Geschichten aus ihrem eigenen Leben und gerade diese persönliche Note mochte ich an ihren Essays sehr, weil diese sie weniger flach wirken lassen und ihre Gedankengänge gut stützen. Nur manchmal wirkte es so, als ob sie ihre Meinung als die hauptsächlich richtige betrachtet, aber da das Buch allein auf ihren Gedankengängen beruht und keine anderen Stimmen miteinbezieht, ist das in Ordnung. Immerhin ist das kein klassisches Sachbuch, sondern eine persönliche Essay-Sammlung. Nur ein Abschnitt, in dem sie einer früheren Freundin unterstellt, sich im Übermaß mit einer KI über Probleme auszutauschen, fand ich etwas unangenehm, weil sich das nicht belegen lässt und wie Schlechtreden der Person klang.

Gut gelungen finde ich die Balance zwischen etwas leichteren und schwereren Themen, wodurch man ein überwiegend positives Lesegefühl hat. Nicht alle Schlussfolgerungen sind neu oder bahnbrechend - More than Gossip erfindet kein Rad neu, aber das muss es auch nicht. Als Zusammenfassung relevanter Popkultur-Themen und deren Bedeutung für gesellschaftliche Diskurse bietet es genau das richtige Maß an Tiefe, ohne zu überfordern und lässt sich daher auch gut für Zwischendurch lesen.

Fazit


Wer sich für Popkultur-Themen interessiert und die Videos der Autorin mag, wird sicher auch mit More than Gossip eine gute Zeit haben.